Bis 1990 bewirtschafteten meine Eltern den Betrieb im Vollerwerb mit Milchvieh, Hopfen und Obst.
Mit der Aufgabe der Milchbewirtschaftung vergrößerten wir das Sortiment im Obst und Beerenanbau,
und seit 1996 produzieren wir Edeldestillate und Liköre. Seit einigen Jahren stellen wir auch Apfelessig
und verschiedene Ansatzessige aus diesem Grundprodukt her. In der Zwischenzeit haben wir mit
einem Bier- und Himbeeressig unser Essigangebot erweitert. Außerdem haben wir noch verschiedene
Sorten „Gsälz“ (Marmelade) im Angebot.

Heute bewirtschafte ich den Hof mit der tatkräftigen Unterstützung meiner Eltern und meiner Familie
im Nebenerwerb. Von Beruf  bin  ich  Automatisierungstechniker. Beim Modernisieren unserer Brennerei
im Jahre 1991 war mir diese Ausbildung von großem Nutzen. Ich automatisierte den Brennbetrieb
weitgehend. Die Likörbereitung ist inzwischen zu meinem Hobby geworden. Dabei probiere ich immer
wieder neue Sorten aus. Inzwischen haben wir 10 verschiedene Liköre im Angebot.

Ein Steckenpferd meiner Frau führte in den vergangenen Jahren zu einer weiteren Verwertung unserer
Destillate. Aus dem selbst hergestelltem Parfüm für den privaten Gebrauch wurde ein weiteres Verkaufs-
produkt auf der Grundlage unseres neutralisierten Brandes.

Seit einigen Jahren betreiben wir auf dem Weihnachtsmarkt in Tettnang einen Verkaufsstand und
unterstützen den örtlichen Handel bei der Organisation dieses Marktes. Dort finden Sie neben unseren
landwirtschaftlichen Produkten auch Gebinde aus Naturmaterialen von unserem Garten – das zweite
Hobby meiner Frau, die aus einem Gartenbaubetrieb stammt und von Beruf Lehrerin ist.

Unsere Hofstelle gibt es schon seit Jahrhunderten. Sie liegt auf dem Argenrück in der Nähe des Schleinsees bei Tettnang. Im Mittelalter gehörte sie zu den Gütern des Klosters Langnau und somit zur Grafschaft Montfort.

Die Familie Zürn erwarb den Hof vor mehr als
100 Jahren und heute bewirtschafte ich ihn
in der vierten Generation. Bis 1954 sah die
Hofstelle so aus: rechts vor Stall und Scheune
steht die sogenannte „Brennkuchel“ (von Brenn-
küche) mit angehängtem Backhäuschen.
Dort war über lange Zeit die Hofdestille.
Mit dem Umbau des Hofes fand unsere
Brennerei ihren neuen Platz in der Hopfendarre.